Pionier

Landkreis Lüneburg (NI)

Steckbrief

Name/Projekt: Landkreis Lüneburg
Einwohnerzahl: 183.372
Bundesland: Niedersachsen
Thema: Recht & öff. Sektor 
Lizenzmodell: Namensnennung 2.0
Typ: Verbundportal
Betreiber: Landkreis Lüneburg

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Welche Motivation steht hinter dem Open-Data-Projekt? 

Im Landkreis Lüneburg gab es für den Start des Open-Data-Portals eine klare politische  Entscheidung. Mehrere Fraktionen forderten solch ein Portal und allgemein mehr  Engagement vom Landkreis dazu. Schlussendlich mündete dies in einem Kreistagsbeschluss  zur Etablierung eines Portals. Verbunden war die politische Initiative mit der Forderung nach  mehr Transparenz und Offenheit. Gestartet wurde mit wenigen Datensätze, welche schon vorher in anderer Form auf der Website des Landkreises zur Verfügung standen. Eine Erkenntnis ist dabei aber auch, dass das Thema damals sehr “in” war, aber inzwischen an  Attraktivität verloren hat und andere Themen in der Verwaltung und Politik wichtiger geworden  sind.  

Welche Daten werden über das Portal bereitgestellt? 

Nach dem Start mit nur wenigen Datensätzen, hat sich das Portal inzwischen stark  weiterentwickelt. Die Prämisse ist dabei nicht “open by default” sondern eher die Fragestellung  “Was spricht gegen eine Veröffentlichung des Datensatzes?”. An die 150 Datensätze werden  heute bereitgestellt. Maßgeblich für die Open-Data-Arbeit im Landkreis war immer der  Versuch, möglichst automatisierte Prozesse zu schaffen, um den Aufwand in der Verwaltung  so gering wie möglich zu halten. Nichtsdestotrotz steht die IT-Abteilung nach wie vor als “man  in the middle”, da die Versuche mit standardisierten Eingabemasken für die Fachdienste  aufgrund von Schnittstellenproblemen nicht von Erfolg gekrönt waren. Das Mitdenken von  Automatisierung und Schnittstellen bei der Entwicklung neuer Prozesse und Software, ist eine  der wichtigsten Erkenntnisse für den Landkreis Lüneburg.  Eine Besonderheit ist die Entwicklung einer Anwendung basierend auf den veröffentlichten  Daten. Der Landkreis stellt eine Badegewässer-App (http://www.xn--badegewsser-app 6kb.de/) bereit, welche Daten aus dem Bereich Umwelt abgreift und für alle Gewässer  übersichtlich in einer Karte zur Verfügung stellt. Dabei war der Gedanke, nicht auf einen  externen Anbieter zu warten, sondern proaktiv ein Angebot von der Verwaltung aus zu  schaffen. Zur Umsetzung ist man auf ein regionales Unternehmen zugegangen, welches die  Idee verwirklicht hat.  

Wer nutzt die Daten? 

Die Verwaltung des Landkreis Lüneburg nutzt die veröffentlichten Daten nicht selbst. Es findet  aber ein Austausch von Daten mit der Stadt Lüneburg statt, wobei dies eher ad-hoc geschieht.  Die Open-Data-Verantwortlichen sind am Anfang aktiv auf die Leuphana Universität Lüneburg  zugegangen, und haben in Vorlesungen und Seminaren das Datenangebot präsentiert. Auch  heute kommen gelegentlich noch Uni-Kurse auf den Landkreis zu und nutzen die Daten.  Zudem greifen gelegentlich auch Unternehmen aus Lüneburg, aber auch von weiter weg auf  die Daten zu. Die meistgenutzten Datensätze sind derzeit die Einwohnerstatistiken und die  Badegewässer-App, welche meist von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Interessant  dabei ist auch die Erkenntnis der Verantwortlichen, dass sich die Bürger nur für  regionale/Gemeindedaten interessieren: “Niemand identifiziert sich mit Landkreisen, sondern  mit den Gemeinden.” 

Was können Kommunen von diesem Projekt lernen?  

Der Landkreis Lüneburg hat in der Pionierzeit von Open Data in Deutschland ein tolles  Angebot geschaffen und viele Dinge ausprobiert. Dazu zählt neben der Bereitstellung sehr  vielfältiger Datensätze auch die Veröffentlichung einer Anwendung basierend auf den eigenen  Daten. Die Badegewässer-App bietet den Bürgerinnen und Bürgern in der Region einen klaren 

Mehrwert. Interessant ist dabei auch, dass der Landkreis proaktiv auf ein regionales  Unternehmen mit der Idee zugegangen ist und dann gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet  wurde. Von den Lüneburger Erfahrungen, gerade auch im Hinblick auf Standardisierung und  Automatisierung von Prozessen (auch nach Ende der “Hype-Phase”) zu Beginn einer Open-Data-Initiative, können neue Projekte viel lernen, um frühzeitig einen Fokus auf die  Nachhaltigkeit der Unternehmung zu legen.